Die meisten Zahnunfälle erleiden Kinder/Jugendliche in der Wechselgebissphase zwischen 8 und 16 Jahren. Meist sind die oberen Frontzähne betroffen. Die Verletzungen reichen von leichten Schmelzfrakturen ohne erkennbare Pulpa(Nerv)beteiligung bis hin zum kompletten Zahnverlust (Avulsionen).

 
Oft ereignen sich Zahnunfälle während des Sports. Als Vorsorge stehen Mundschutze verschiedenster Ausführung zur Verfügung. Am Besten ist ein individuell gefertigter dreischichtiger Mundschutz. Damit erzielen Sie besten Schutz (Kraftaufnahme und –verteilung) bei gleichzeitig optimalem Tragekomfort. Er sitzt fest den oberen Zähnen an und erlaubt so auch optimale Kommunikation. Die unteren Zähne sind geschützt durch den Einbiss in die obere Platte. Ein einfacher Mundschutz („Boil&Bite“) ist meist nicht ausreichend.  
Bei komplettem Zahnverlust sollte der Zahn in Nährlösung gelagert werden. Hierfür stehen Präparate (z.B. DentosafeR) zur Verfügung, welche über die Apotheke erhältlich sind. Sind diese nicht verfügbar, so sollte der Zahn in kalter H-Milch gelagert werden. In jedem Fall ist sofort ein Zahnarzt aufzusuchen. Er wird den Zahn nach Möglichkeit replantieren und schienen.  

Bei jedem Zahnunfall besteht die Gefahr, dass der betroffene Zahn abstirbt und sich in der Folge eine Entzündung ausbildet. Besonders gravierend ist dies, wenn das Wurzelwachstum noch nicht abgeschlossen ist, der Zahn noch keine normale Wurzelspitze ausgebildet hat. Therapie der Wahl ist eine Wurzelkanalbehandlung mit direkter Apexifikation (Herbeiführung eines dichten Verschlusses an der unvollständig ausgebildeten, weit offenen Wurzelspitze). Material der Wahl ist MTA (Mineral-Trioxid-Aggregat), welches, unter direkter Sicht durch das Operationsmikroskop, in Gewebekontakt zur Umgebung appliziert wird.

 

 

 

 

 

Bei Komplikationen nach Wurzelquerfrakturen kann es notwendig werden das obere Fragment endodontisch, in aller Regel mit einer direkten Apexifikation, zu behandeln und nur das untere Fragment (Wurzelspitze) zusätzlich operativ zu entfernen.

 

 

 

Eine engmaschige Kontrolle aller dentalen Traumata sollte auch die Zähne des Gegenkiefers umfassen.